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E-Mobilität & Energie

Wieviel Wasserverbrauch pro Person und Jahr in m³?

Wasserverbrauch pro Person: rund 130 Liter am Tag und 46 m3 im Jahr - mit Tabelle nach Haushaltsgröße und Aufschlüsselung nach Verwendung.

Von DI Herwart Wermescher, MBA ↗

Wer die Jahresabrechnung des Wasserwerks prüfen will, braucht einen Vergleichswert. Im Haushalt liegt der Trinkwasserverbrauch in Österreich bei rund 130 Liter pro Person und Tag, in Deutschland bei etwa 125 Liter. Aufs Jahr gerechnet sind das rund 45–48 m³ pro Person, also 130 × 365 = 47.450 Liter = 47,45 m³.

Für einen Mehrpersonenhaushalt kannst Du nicht einfach linear hochrechnen, weil sich Waschmaschine, Geschirrspüler und Putzwasser auf mehrere Köpfe verteilen. Der Pro-Kopf-Verbrauch sinkt mit jeder zusätzlichen Person im Haushalt:

HaushaltsgrößeJahresverbrauch ca.pro Kopf und Jahr
1 Person~46 m³~46 m³
2 Personen~92 m³~46 m³
3 Personen~135 m³~45 m³
4 Personen~175 m³~44 m³

Was der Zähler in m³ bedeutet

Der Wasserzähler zählt in Kubikmetern, und 1 m³ entspricht genau 1.000 Litern. Ein einzelner Kubikmeter deckt bei durchschnittlichem Verbrauch also knapp acht Tage einer Person ab. Wenn Du den Zählerstand am Monatsersten notierst, siehst Du nach einem Jahr recht genau, wo Du im Vergleich zu den 46 m³ pro Person liegst.

Wofür das Wasser im Haushalt draufgeht

Die größten Posten sind Körperpflege und Toilette — zusammen machen sie rund 60 % des Verbrauchs aus. Trinken und Kochen fallen dagegen kaum ins Gewicht:

VerwendungLiter pro Person und Tag
Baden, Duschen, Körperpflege~44 L
Toilettenspülung~34 L
Wäsche waschen~15 L
Geschirrspülen~9 L
Raumreinigung, Auto, Garten~7 L
Essen und Trinken~5 L

Warum Deine eigene Rechnung abweicht

Der Durchschnitt beschreibt keinen konkreten Haushalt. Ein Garten mit Rasen kann im Sommer mehrere Kubikmeter im Monat schlucken, ein Pool füllt sich beim ersten Befüllen mit 10 bis 30 m³ auf einen Schlag. Auch Homeoffice verschiebt den Verbrauch spürbar nach Hause, und ein zwanzig Jahre altes Waschmaschinenmodell braucht pro Waschgang leicht das Doppelte eines aktuellen Geräts.

Wo Du am meisten sparst

Weil Duschen und Toilette den Löwenanteil ausmachen, wirken dort auch die kleinsten Änderungen am stärksten. Ein Sparduschkopf halbiert den Durchfluss von rund 12 auf 6 Liter pro Minute, jede Minute weniger unter der Dusche spart also direkt Wasser und Warmwasserenergie mit. Die Spartaste am WC bringt pro Spülung 3 statt 6 bis 9 Liter, volle Wasch- und Spülmaschinen sind pro Kilo Wäsche deutlich sparsamer als halbvolle. Und dann gibt es den unsichtbaren Posten: Ein tropfendes oder durchlaufendes WC kostet leicht mehrere Kubikmeter im Jahr — leg ein Stück Küchenpapier hinten ins trockene Becken und schau nach einer Stunde nach, ob es feucht geworden ist. Da beim Warmwasser Wasser- und Energieverbrauch zusammenhängen, passt hier auch mein Erfahrungsbericht zum Projekt Solaranlage und Wärmepumpe statt Ölheizung.

Virtueller Wasserverbrauch: der größere Teil liegt außerhalb des Haushalts

Die 130 Liter am Tag sind das Wasser, das durch Deinen Zähler läuft. Für Lebensmittel, Kleidung und Konsumgüter wird zusätzlich Wasser verbraucht, das in der Produktion anfällt — dieser virtuelle Anteil liegt in der Größenordnung von mehreren tausend Litern pro Person und Tag und wird vor allem von der Ernährung bestimmt. Das entwertet das Sparen im Bad nicht, es hilft aber bei der Einordnung: Der Hebel im Haushalt ist der sichtbare und direkt steuerbare Teil, der große Rest hängt an Kaufentscheidungen.

Mit dem Richtwert von rund 46 m³ pro Person und Jahr kannst Du die nächste Abrechnung in wenigen Sekunden einordnen — und weißt sofort, ob sich ein genauerer Blick auf Dusche, WC und Garten lohnt.

Über diesen Blog

Ein Sammelsurium an Denkanstößen.

Hier sammle ich Wissen, Argumente und Links zu allem, was mich beschäftigt — von Technik über Küche bis Nachhaltigkeit. Beruflich berate ich zu Cybersecurity.